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Grenzüberschreitende Arbeitsmärkte stehen vor wachsenden Fachkräfteengpässen. Welche Rolle spielen Qualifikationen dabei und wie werden sie definiert, anerkannt und genutzt? Das UniGR-CBS-Forum Großregion am 9. Juli diskutiert Perspektiven aus Luxemburg und der Schweiz und bringt Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen. In Vorträgen und Diskussionsrunden werden Herausforderungen und Lösungsansätze für Grenzregionen beleuchtet.

C. Wille problematisiert in einer neuen Publikation die verbreitete Rede von Bordering und argumentiert, dass Grenzforschende dabei häufig aneinander vorbeireden. Er systematisiert das Feld und diskutiert die Pluralität von Bordering als epistemische Chance, deren Nutzung jedoch eine begriffliche Explizitmachung und Selbstverständigung voraussetzt. Das gerade erschienene UniGR-CBS-Working Paper leistet hierfür einen substanziellen Beitrag.

Am 14. Juni 1985 wurde in Schengen ein Abkommen unterzeichnet, das zu einem Symbol europäischer Integration werden sollte. 41 Jahre später stehen offene Grenzen jedoch zunehmend unter Druck. Anlässlich des Jubiläums beleuchtet C. Wille im Blog BorderObs, wie sich Grenzen in Europa verändert haben, welche Rolle die Covid-19-Pandemie dabei spielte und warum die schrittweise Normalisierung von Binnengrenzkontrollen eine zentrale Herausforderung für die Zukunft Schengens darstellt.

Die neue Folge im UniGR-CBS Podcast ON AIR gibt einen kompakten Einblick in die Cultural Border Studies und den Mehrwert kulturwissenschaftlicher Perspektiven in der Grenzforschung. A. Fellner, T. Schank und C. Wille diskutieren zentrale Konzepte und aktuelle Entwicklungen eines Forschungsfeldes, das Grenzen als dynamische kulturelle und soziale Ordnungen versteht – von Bordertextures über Literatur, Kunst und Film bis hin zu digitalen Grenztechnologien.

Im Mai kommen Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Praktiker:innen in Athen zusammen, um Grenzen als symbolische Ordnungen in Literatur, Kunst und Gesellschaft zu diskutieren. Die internationale Konferenz will kritische Zugänge zu gesellschaftlichen Grenzziehungen stärken und deren politisches Potenzial reflektieren. Christian Wille beteiligt sich mit einem Vortrag zu Epistemologien der kulturwissenschaftlichen Grenzforschung.

Wille, Christian / Gerst, Dominik (2026): Rethinking Complexity in Border Studies. Journal of Borderlands Studies (online first). mehr Info
Wille (2025): Vom Schengen-Spirit zum Border-Spirit. Beobachtungen aus Sicht der Grenzforschung. In: Brodowski, D. / Dittel, J. / Weber, F. (Hg.): 40 Jahre Schengener Übereinkommen. Europa und seine inneren Grenzen. Baden-Baden, Nomos, 149-175. mehr Info
Wille (2025): On the Reintroduction of Temporary Controls at EU Internal Borders. Developments and Challenges 40 Years After the Schengen Agreement. UniGR-CBS Working Paper 24. mehr Info
Fellner, Astrid M. / Wille, Christian (2025): Cultural Border Studies. In: Nesselhauf, Jonas / Weber, Florian (Hg.): Handbuch Kulturwissenschaftliche "Studies". Berlin, de Gruyter, 47-67. mehr Info
Wille, Christian (2024): Border Complexities. Outlines and Perspectives of a Complexity Shift in Border Studies. In: Wille/Leutloff-Grandits/Bretschneider/Grimm-Hamen/Wagner (Hg.): Border Complexities and Logics of Dis/Order. Baden-Baden, Nomos, 31-56. mehr Info
Wille, Christian (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info